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Making the world our classroom

Die International Study Tour 2019 führte die Master-Studenten des MCI Tourismus nach Asien
International Study Program MCI Tourism ITB Tirol
Seit 2009 führt das MCI Tourismus seine Studierenden zu den interessantesten und bemerkenswertesten Tourismusdestinationen der Welt, um den Tourismus direkt vor Ort zu erleben und zu erlernen.

Das International Study Program – von den Studierenden meist „Study Tour“ genannt – ist seit jeher ein fixer Bestandteil des Master-Studiengangs "Entrepreneurship & Tourismus". Im Zuge des dritten Semesters haben Studierende die Wahl, entweder ein Auslandssemester zu absolvieren oder ein internationales Semester in Innsbruck zu erleben. Neben den englisch-sprachigen Lehrveranstaltungen mit LektorInnen internationaler Partnerhochschulen, stellt besonders die zweiwöchige Study Tour ein Highlight dar. Es soll Studierenden helfen, Ihre Fähigkeiten in Theorie und Praxis innerhalb des Themas Unternehmertum & Tourismus zu vertiefen. Nach dem Motto "vom Lernen zum Studium" regt die Study Tour zur kritischen Reflexion, unternehmerischem Denken und kreativen Problemlösung an. Im Anschluss an die Study Tour verarbeiten die Studierenden ihre Eindrücke in sogenannte „E-Portfolios“. Dabei wird das Erlebte gesammelt, vor dem Hintergrund akademischer Fragestellungen diskutiert und kreativ aufbereitet präsentiert. Zudem werden Implikationen für den heimischen Tourismus abgeleitet.Das Internationale Studienprogramm 2019 begann in Dubai/Abu Dhabi, dem Hotspot der Tourismusentwicklung im Nahen Osten. Der Erfolg und das schnelle Wachstum der Destination gründen auf der günstigen geopolitischen Lage (Erreichbarkeit von 75% der Weltbevölkerung innerhalb von 8 Flugstunden), den errichteten Sonderwirtschaftszonen (ausländische Investoren können dort 100% der Anteile an gegründeten Unternehmen halten) sowie der natürlichen Ressourcen ermöglicht. Mit 133.000 Hotelbetten und 16 Millionen Übernachtungen ist Dubai  ein internationaler Business Hub, während Abu Dhabi das politische und kulturelle Zentrum der Vereinigten Arabischen Emirate darstellt, welches Tradition und Moderne geschickt miteinander verbindet. Kritisch hinterfragten die Studierenden die Nachhaltigkeit dieser Destinationen, nachdem dieser Begriff in den Emiraten offensichtlich eher ökonomisch als ökologisch begründet wird.

"Die Emirate lassen uns zwiegespalten weiterreisen. Zum einen die faszinierende Imposanz und Superlative der Bauwerke und Denkweise und zum anderen das Unverständnis für ihre Auffassung zur Nachhaltigkeit." Studierende, MCI Tourismus (Blankenhagen, Bodner, Erhart, Gleirscher, Hilbertz, Kern)

Mit dem größten Passagierflugzeug der Welt, dem Airbus A380, ging es weiter zur nächsten Station Hongkong, auch "Asia's International City" genannt. Nach einem Einblick in die InterContinental Hotel Group (IHG), erhielten die Studierenden einen Einblick in die Arbeit der Universität mit dem eigenen Hotel ICON sowie in die Honkonger Hotelindustrie. Die Studierenden verließen die Stadt mit gemischten Gefühlen. Aufgrund der Unruhen waren Straßen leerer als sonst, der öffentliche Verkehr eingeschränkt, die Stimmung angesichts der immer wieder sichtbaren (freidlichen) demonstranten und beschädigten Infrastrukturangespannt. Auf der anderen Seite ist Hongkong eine imposante Stadt  mit perfekten Inszenierungen, modernster Infrastruktur, unbegrenzten kulinarischen Möglichkeiten und touristischer Hotspot für Shopping und Unterhaltung.. 

"Die internationale mediale Berichterstattung erwirkte teilweise den Eindruck, dass sich die ganze Stadt im Ausnahmezustand befindet. Dem war absolut nicht so und zeigte uns auf, dass die Realität mit dem was berichtet wird, manchmal in keinem realen Verhältnis steht. Wir konnten wie viele andere Menschen und Touristen die Stadt normal erkunden und erleben." (Krössbacher, Maier, Mathis, Mayer, Müller, Neubauer)

Der nächste Stop war der Zhangjiajie National Forest Park, ein UNESCO Weltnaturerbe. Jährlich zählt dieser größte Nationalpark Chinas 8 Millionen Besucher, darunter hauptsächlich inländische bzw. andere asiatische Gäste. Interessant ist dabei, dass der chinesische Markt sehr jung ist. 70% der Reisenden sind jünger als 35 Jahre. Bekannt ist der Nationalpark für seine Sandstein-Formationen, einer Glasbrücke sowie dem Bailong-Aufzug, dem höchsten außenstehenden Aufzug. Er legt eine Höhe von 326 Metern in nur zwei Minuten zurück. Generell waren die Studierenden beeindruckt vom Leitsystem innerhalb des Parkes und der Besucherlenkung, welche ganz klar auf Massentourismus und Gruppenreisende ausgerichtet worden ist. Jedoch sahen sie auch die Authentizität - z.B. durch Fast-Food Ketten im Park - recht kritisch.

Als letzte Station führte die diesjährige Study Tour in die führende Stadt Chinas, nach Shanghai. Als eine der zehn größten Städte der Welt und bekannt für Technologie und Fortschritt ist die 24 Millionen Metropole,  der größte Containerhafen der Welt, Kultur- sowie Bildungszentrum. Gleichzeitig kämpft die Stadt gegen Luftverschmutzung an und überwacht und kontrolliert seine BewohnerInnen und BesucherInnen im Sinne der Sicherheit. Bei interessanten Vorträgen der Österreich Werbung, ctrip, der ITB China, Hilton und Xscape wurde den Studierenden vor Augen geführt, wie schnell und stark der chinesische Markt in den letzten 50 Jahren gewachsen ist. 50% der jährlich 150 Millionen Auslandsreisen gehen nach Hongkong, Taiwan und Macau. Nur ca. 12 Millionen Chinesen kommen nach Europa; 1,4 Mio. waren es 2018 in Österreich.

"Die ganze Welt wirbt um chinesische Touristen, da bisher nur 10 % aller Chinesen einen Reisepass besitzen und auf Grund von steigendem Wohlstand immer mehr Chinesen in Zukunft ins Ausland reisen werden." (Ruhs, Schwaninger, Sterr, Stichaner, Weißenborn, Wolters)

Doch der chinesische Gast verändert sich. Es sind nicht mehr nur Gruppenreisende, sondern vielfach individuell reisende, junge, gebildete, reiseerfahrene und gutverdienende Chinesen, welche die Welt erobern und sich für Aktiv-, Abenteuer- und Sportreisen interessieren. Sie zeigen ein hohes Interesse an Kultur und Natur, wollen Neues ausprobieren und erleben. Daher wirbt die Österreich Werbung am chinesischen Markt - im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern - mit klassicher Musik über Social Media Kanäle wie WeChat oder Weibo. Auch der größte Reiseveranstalter Chinas, Ctrip, setzt auf diese junge Zielgruppe und expandiert inzwischen auch über den Namen „Trip.com“ außerhalb Asiens. Entlang der gesamten Customer Journey bietet das Unternehmen nicht nur Hotels und Transport an, sondern auch Freizeitaktivitäten als "one stop shop at your fingertips". Weiters statteten die Studierende der ITB China einen Besuch ab, welche seit 2017 in Shanghai stattfindet. Customized Travelling, Bleisure Travel (Verbindung von Freizeitaufenthalten mit Geschäftsreisen), die Verwendung von Storytellung, Entertainment Programmen und Influencern, wurden hier als aktuelle Trends identifiziert.

Trotz alledem darf nicht vergessen werden, dass Chinesen im Schnitt nur über 10 Urlaubstage pro Jahr verfügen. Daher bietet z. B. das junge Unternehmen „Xcape Travel“ als Luxusreiseveranstalter beispielsweise eine 23-tägige Reise mit sieben Ländern auf sechs Kontinenten und über 13 Flughäfen an. Gerade das Thema Sicherheit spielt bei den Chinesen eine immens große Bedeutung.

"Der chinesische Markt ist sicherlich eine Chance und zugleich eine Herausforderung auf die wir uns vorbereiten sollten. Herausforderungen gibt es in Hinblick auf kulturelle Unterschiede und Bedürfnisse. Unsere bisherigen Reise-Produkte werden sich in Zukunft wohl ändern müssen,um die chinesischen Bedürfnisse zu befriedigen." (Ruhs, Schwaninger, Sterr, Stichaner, Weißenborn, Wolters)

„Durch diese ausgezeichneten Lernbeispiele und Fallstudien gelingt es dem MCI Tourismus buchstäblich, "die Welt zu unserem Klassenzimmer machen" und internationale Erfahrungen im Tourismus sammeln. Solche Studienkonzepte sind nur mit der großzügigen Unterstützung unserer Partner aus der Tourismus- und Freizeitindustrie möglich, bei denen wir uns an dieser Stelle ganz besonders bedanken möchten!“ (Prof.(FH) Hubert J. Siller, Leiter MCI Tourismus)

FH-Prof. Mag. Hubert Siller

Forschungsschwerpunkt
Leadership/Führung, Tourismus- und Destinationsentwicklung, Internationale Wintersportmärkte
Position bzw. Aufgabe
Leiter MCI Tourismus

Hubert J. Siller, ist Fachhochschul-Professor und langjähriger Leiter des Department für Tourismus- & Freizeitwirtschaft (MCI Tourismus) am MCI Management Center Innsbruck. Seine aktuellen Forschungs- und Beratungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Leadership/Führung, Tourismus- und Destinationsentwicklung sowie internationale Wintersportmärkte. Hubert Siller begleitet Persönlichkeiten, Unternehmen und Institutionen aus der Tourismus- & Freizeitwirtschaft in strategischen Fragenstellungen.

"Life is a mountain, not a beach."

Im TTR Team seit: November 2006

Zuständig für: Strategie & Konzeption

Theresa Mitterer-Leitner MA

Forschungsschwerpunkt
Tourismus & Landwirtschaft, Place attachement in Tourism
Position bzw. Aufgabe
Wissenschaftliche Mitarbeiterin