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Internationale Statistik

Daten für 2019

  • 2019 erreichte die Anzahl der internationalen Ankünfte 1,5 Milliarden. Das bedeutet einen Zuwachs von +50 Mio. AK bzw. +3,5% im Vergleich zum Vorjahr.
  • Es war somit das 10. Jahr in Folge mit einem Zuwachs nach der globalen Wirtschaftskrise 2009 (jedes Jahr ein Plus von mindestens +4% oder mehr seit 2010). Innerhalb der letzten 20 Jahre haben sich somit die internationalen Ankünkte mehr als verdoppelt (2000: 675 Mio., 2019: 1,5 Mrd.).
  • Europa war erneut die meistbesuchte Region mit einem Anteil von 51% (744 Mio. internationale Touristenankünfte) und verzeichnete Zuwächse von +4% im Vergleich zum Vorjahr. Die größten Zuwächse verzeichnete die südliche Mittelmeerregion (+5,4%) gefolgt von Zentral- und Osteuropa (+4,5%).
  • Die Region Asien und der Pazifik liegt mit 25% Anteil an zweiter Stelle (360 Mio. AK) und ist 2019 um +5% gewachsen.
  • Amerika folgte an dritter Stelle mit einem Anteil von 15% (219 Mio. AK) sowie einem Anstieg der internationalen Ankünfte von lediglich +2%.
  • Afrika an 4. Stelle bzw. mit einem Anteil von 5% verzeichnete Zuwächse bei den internationalen Ankünften von +4% und lag damit deutlich unter früheren Wachstumsraten.
  • Der Mittlere Osten verzeichnete die größten prozentuellen Zuwächse von +8% und hält einen Anteil von 4% der internationalen Ankünfte.
  • Weltweit halten inzwischen entwickelte Volkswirtschaften ("advanced economies") nur noch einen Anteil von 53%, während Schwellen- und Entwicklungsländer ("emerging economies") bereits einen Anteil von 47% innehaben. Somit partizipieren immer mehr Länder am internationalen Tourismus.

 Aussichten für 2020

  • Ging man im Jänner noch von einem Wachstum von +3 bis +4% der internationalen Ankünfte für das Jahr 2020 aus, änderte die UNWTO aufgrund der Covid-19 Krise nur wenige Wochen später ihre Prognosen. Nach wie vor sind alle Vorhersagen recht unsicher, da diese einerseits von den aktiven Covid-19 Fallzahlen je Region sowie von Reisewarnungen und Grenzschließungen abhängen. Die UNWTO hat daher 3 Szenarien entwickelt: je nach Grenzöffnung ging die UWNTO im Mai 2020 von einem Verlust von -58% bis -78% für das gesamte Jahr 2020 aus. Derzeit liegt die aktuellste Vorhersage bei -70% (mit der Prognose Juli -85% und August -80%).
  • Momentan sind Zahlen bis Juni 2020 verfügbar und weisen auf einen Rückgang der internationalen Ankünfte von -65% hin. Dies bedeutet einen Verlust von 440 Millionen internationalen Ankünften sowie 460 US$ Milliarden in Exporterlösen. Die Covid-19 Krise hat somit im ersten Halbjahr 2020 bereits eine fünf Mal so hohe Auswirkung wie die globale Finanzkrise im Jahr 2009.
  • Trotz regionaler Unterschiede hat sich Covid-19 insgesamt zu einer Krise in solchem Ausmaß entwickelt, wie es sie seit Beginn des internationalen Tourismus in den 1950er Jahren noch nicht gegeben hat.
  • Die weltweit wichtigsten Outbound-Märkte China und USA zeigen weiterhin ein recht verhaltenes Reiseaufkommen. Eine leichte Verbesserung sah man im Juni in einigen europäischen Quellmärkten wie Deutschland oder Frankreich. Derzeit setzen viele Länder daher auf den Inlandstourismus, welcher in der Statistik der UNWTO nicht erfasst wird. In China oder Russland beispielsweise stieg die Nachfrage nach Inlandstourismus. So zeigten die inländischen Flugkapazitäten in China im Juli wieder ein Ausmaß von 90% des Niveaus von 2019.
  • Längerfristige Szenarien der UNWTO gehen davon aus, dass sind der internationale Tourismus im Jahr 2021 wieder etwas erholen wird. Dies setzt natürlich voraus, dass die Pandemie weltweit eingedämmt werden kann und somit das Vertrauen der Reisenden zurückkehrt und Reisebeschänkungen aufgehoben werden. Nichtsdestotrotz wird es 2,5 bis 4 Jahre dauern, bis die internationeln Ankünfte wieder das Rekordniveau von 2019 erreicht haben.
Quelle: UNWTO World Tourismus Barometer, Volume 18, Issue 5, August/September 2020