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TSA Tourism Satellite Account Tirol

Sunna Alm Pitztal

Tourismus ist in vielen Ländern ein wichtiger Wirtschaftszweig. Die Darstellung der monetären Größenordnung und der Wertschöpfung dieses Wirtschaftszweiges erfolgt üblicherweise im sogenannten Tourismus-Satellitenkonto (TSA), das als Teilsystem der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR)erstellt wird. Dies ist notwendig, da die Branche Tourismus nicht als eigener Wirtschaftszweig in der VGR abgebildet ist, sondern der touristische Anteil aus den verschiedensten Wirtschaftsbereichen herausgerechnet werden muss. Um eine einheitliche Erfassung zu gewährleisten, wurden von OECD, UNWTO sowie EUROSTAT Empfehlungen und Richtlinien für die Erstellung eines TSA ausgearbeitet.

Tourismusausgaben nach Produktgruppen 2015

„Tourismus“ findet in vielen Branchen statt (Quelle: TSA Österreich, Statistik Austria)


In Österreich werden auf nationaler Ebene seit 1999 in regelmäßigen Abständen TSA durch Statistik Austria in Kooperation mit dem österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung WIFO erstellt. Die Mitarbeit von Statistik Austria (Dr. Peter Laimer) zeigt, dass auch die offizielle Wirtschaftsstatistik die Erstellung von TSA als wesentlichen Bestandteil der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ansieht. Auf regionaler Ebene wurden bisher TSA für die Bundesländer Wien, Niederösterreich und Oberösterreich erstellt und gleichfalls periodisch aktualisiert.  


Auch für Tirol wurden in regelmäßigen Abständen touristische Wertschöpfungsberechnungen angestellt (P. Tschurtschenthaler und G. Lehar). G. Lehar hat ebenfalls für Vorarlberg ein regionales Tourismus-Satellitenkonto mit dem Bezugsjahr 2005 ausgearbeitet.  


TSA haben einen hohen Informationswert, indem sie einerseits die  
Verteilung der Umsätze / Bruttowertschöpfung auf die verschiedenen Dienstleistungsbranchen und andererseits die Beteiligung der verschiedenen Nachfragerschichten  
-    einheimische und ausländische Urlauber
-    einheimische und ausländische Tagesausflügler
-    Dienst- und Geschäftsreisende
an den Umsätzen bzw. der Bruttowertschöpfung aufzeigen. Zusätzlich werden neben den direkten Effekten - das sind jene, die direkt durch touristische Nachfrage ausgelöst werden - auch die indirekten Effekte erfasst. Die indirekte Wertschöpfung beziffert jene Wertschöpfung, die bei den Vorlieferungs- und Vorleistungsbetrieben durch die touristische Nachfrage ausgelöst wird.


Damit sind TSA ein wesentliches Instrument, um die volkswirtschaftliche Bedeutung des Tourismus, dessen gesamtwirtschaftliche Verflechtung und Beitrag zur gesamten Wertschöpfung einer Region aufzuzeigen. In Österreich ist der direkte und indirekte Beitrag des Tourismus zum BIP 8,7%; zählt man die Ausgaben der Inländerinnen und Inländer am Wohnort noch dazu (Freizeitkonsum), so liegt die Bedeutung der Tourismus- und Freizeitwirtschaft in Österreich im Jahr 2015 bei 16% des BIP (Quelle: Statistik Austria). In Tirol betragen die direkten und indirekten Effekte des Tourismus auf das BIP im Jahr 2014 rund 25% der gesamten Tiroler Bruttowertschöpfung, zusammen mit dem Freizeitkonsum der Tiroler erhöht sich der Anteil auf rund 33% der Tiroler Bruttowertschöpfung.

Dr. Mag. Tanja Hörtnagl

Forschungsschwerpunkt
Tourismusökonomie & Volkswirtschaftslehre
Position bzw. Aufgabe
Lektorin